Manege frei im Dreieicher Haus Dietrichsroth Drucken

Ein besonderes Erlebnis für Heimbewohner


Bei der Zirkusvorstellung im Haus Dietrichsroth treffen Jung und Alt aufeinander. Für die Bewohner war es ein ganz besonderes Erlebnis. Foto: Gebhardt


Dreieich (sina) – Manege frei hieß es am Mittwoch der vergangenen Woche im Johanniter-Haus Dietrichsroth: Der Förderverein Bürgerhilfe Dreieich ermöglichte den Bewohnern des Alten- und Pflegeheims ein bislang einmaliges Erlebnis frei Haus, denn der Circus Barus gab vor Ort eine Vorstellung – mit allem, was dazu gehört.

Schillernde Kostüme, trainierte Tiere, rasante Jonglage, faszinierende Artistik – und, und , und. Das Barus-Team sorgte dafür, dass sich die Bewohner auch ohne Zirkuszelt für eine Stunde in eine andere Welt versetzt fühlten. Auch die Mitarbeiter von Haus Dietrichsroth trugen ihren Teil zur Authentizität bei: Eintrittskarten wurden im Vorfeld verteilt und kontrolliert, mit Popcorn und Cola gab es zudem stilechte Verpflegung für einen vergnüglichen Nachmittag.

„Wir wollen den Bewohner das Leben einfach etwas verschönern. Deshalb organisieren wir bereits sehr viele Ausflüge, aber das ist natürlich immer nur für eine begrenzte Zahl möglich“, erklärt Bürgerhilfe-Vorsitzende Maritta Sauer, warum dieses Gastspiel etwas so besonderes sei. Denn an der Vorstellung können alle teilhaben.


Premiere im Alten- und Pflegeheim

Vom Mitbringen der Elefanten hat Familienoberhaupt Marco Giovanni Frank, der den Circus Barus mit seinen Kindern in der inzwischen achter Generation betreibt, sinnvollerweise abgesehen. Doch sonst mangelte es an nichts: Tochter Aloma Tatjana zeigte als Schlangenfrau ihre Kontorsions-Kunst, während ihre Schwester Alice Belinda die Hula-Hoop-Reifen wirbelte. Sohn Marcello trat als Clown auf den Plan und unterhielt das sichtlich gut aufgelegte Publikum, bevor die Vierbeiner Einzug hielten. Hunde, Ziegen und sogar ein Lama hatten die Barus’ alias Franks im Gepäck, die selbst das erste Mal in einem Alten- und Pflegeheim auftreten: „Für uns ist das auch eine Premiere, aber es ist überraschend einfach abgelaufen und war eine schöne, ruhige Atmosphäre“, resümierte Zirkusdirektor Marco Frank.

Gerade diese Ruhe ist für Pflegedienstleitung Erika Gems und Katarzyna Kita, Leitung Sozialer Dienst, ein Zeichen für den Erfolg der Veranstaltung: „Es ist eigentlich normal, dass immer mal jemand raus will oder auf die Toilette muss, aber heute haben sie wirklich die ganze Stunde gebannt zugeschaut.“ Die durchweg positive Resonanz spiegelte sich auch in den Gesichtern wieder, die glücklich und begeistert strahlten. Viele haben im Vorfeld gar nicht geglaubt, dass wirklich ein Zirkus zu ihnen ins Haus kommt, so Sauer. Umso schöner die Reaktionen im Nachgang: „Eine Dame hat mich angesprochen und gemeint, dass sie nie geglaubt hätte, in ihrem Leben noch einmal einen Zirkus zu sehen“, sagte sich Oliver Giehl von der Bürgerhilfe und freute sich über die Rückmeldung.


Begeisterung bei Bewohnern

Mit dieser Veranstaltung haben der Förderverein und das Johanniter-Haus Dietrichsroth den Bewohner wirklich ein ganz besonderes Geschenk gemacht, an dem zugegebenermaßen auch die Mitarbeiter sichtliche Freude hatten. Freilich ist es eine Kostenfrage, ob sich dieses Erlebnis nochmal wiederholen lässt, aber Giehl sagte: „Das war so toll, das müssen wir nächstes Jahr wieder machen.“